Zur gründlichen Kenntnis vom Leiden gehört auch das Wissen,
gehört die Erfahrung, daß
alles was irgend empfunden werden kann, auch was sich als Wohl anläßt, doch nur
Leiden
ist: dies zu durchschauen wird beim Erhabenen das Asketenleben geführt: "
Wenn euch, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger so fragen würden: 'Zu welchem
Zwecke, Bruder, wird beim Asketen Gotamo der Heilswandel geführt?', dann hättet
ihr,
ihr Mönche, so gefragt, den andersfährtigen Pilgern also zu antworten:
'Zur Durchschauung des Leidens, Bruder, wird beim Erhabenen der Heilswandel
geführt'.
Wenn euch aber, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger weiter fragen würden:
'Was ist nun, Bruder, das Leiden, zu dessen Durchschauung beim Asketen Gotamo
der
Heilswandel geführt wird?',
Dann hättet Ihr, Ihr Mönche, so gefragt, den andersfährtigen Pilgern also zu
antworten:
'Die 6 Innen- und Außengebiete, die 6 Berührungen, die 18 Gefühle sind das
Leiden,
zu dessen Durchschauung beim Erhabenen der Heilswandel geführt wird. Das nun,
Bruder,
ist das Leiden, zu dessen Durchschauung beim Erhabenen der Heilswandel geführt
wird'.
So gefragt, hättet ihr den andersfährtigen Pilgern, ihr Mönche, also zu
antworten"
( Samyuttaka-nikáyo 35. 151)]
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Von dem, der genesen, heil geworden ist, vom Dahingelangten, Vollendeten,
Wahnversiegten
kann somit gesagt werden, nach Sāriputtos Vortrag des Meisters Lehre:
Er ist weder in der Form zu finden, noch im Gefühl, noch in der Wahrnehmung,
noch in den
Gestaltungen, noch im Bewußtsein; er ist aber auch außerhalb aller fünf
Daseinskomponenten
nicht zu finden. Er kann also bei Lebzeiten schon so wenig wie nach dem Tode
wahrhaft und
wirklich gekennzeichnet werden: keinerlei Begriffsbestimmung ist bei ihm
möglich, trifft bei ihm
zu, gilt bei ihm. Man kann daher sagen:
Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein ist vergänglich; was
vergänglich ist,
ist leidig; was leidig ist, das ist aufgelöst, das ist untergegangen bzw. geht
unter.
Er hat ein jedes der fünf Komponenten des Anhangens und Anhäufens, gleichwie
einen
Meuchelmörder erkannt, der sich bei einem vermögenden Manne einschmeichelt, ihm
freundlich
und schön tut, heimlich aber mit gezücktem Dolche lauert und nachschleicht.
Daher läßt er sich nicht mehr betören, läßt sich nicht täuschen, betrachtet
Körper, Gefühl,
Wahrnehmung, Gestaltung, Bewußtsein nicht mehr als sich selbst, oder
selbstähnlich,
oder in sich, oder sich in ihnen:
"Mörderisch ist die Form", hat er richtig erkannt.
"Mörderisch ist Gefühl", hat er richtig erkannt.
"Mörderisch ist Wahrnehmung", hat er richtig erkannt.
"Mörderisch ist Gestaltung", hat er richtig erkannt.
"Mörderisch ist Bewußtsein", hat er richtig erkannt.
und er ist keinem der fünf Daseinskomponenten, als ob die etwa er selber wären,
zugetan, angehangen, hingegeben geschweige etwas darüber hinaus.
Diese Darstellung entwickelt Sāriputto dem Mönche Yamako, als dieser vermeint
hatte, der Meister lehre Vernichtung (eines Selbst). So aufgeklärt war ihm dann,
wie
er sagt, das Herz ohne Hangen vom Wahne frei geworden.